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Januar 2012

1. ALI IM PARADIES von Viola Shafik im Kino, Text von Rudolf Waldemar Brem, Goethe Rechte
2. LEAVING BAGHDAD von Koutaiba Al-Janabi neu bei mec film
3. Momento! und mec film vertreiben Eyal Sivans Filme gemeinsam
4. Veranstaltungen: Filme als Seismographen der Revolte? Und Religion und Politik in Filmen aus Palästina?
5. DVD des Monats: The One Man Village von Simon El Habre
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1. ALI IM PARADIES von Viola Shafik im Kino, Text von Rudolf Waldemar Brehm, Goethe Rechte
Das Kommunale Kino Freiburg hat am 11.1.2012 in der Reihe „Dein Land ist mein Land: „Generation Gastarbeiter“ ALI IM PARADIES im Doubblefeature mit ANGST ESSEN SEELE AUF und in Anwesenheit von Viola Shafik vor ausverkauftem Haus gezeigt. Kinos und Institutionen können den Film bei mec film buchen.
Rudolf Waldemar Brem, mehrjähriger Weggefährte Fassbinders, Darsteller in "Angst essen Seele auf" und Mitwirkender in "Ali im Paradies" hat nach der Premiere des Film in Berlin einen bewegenden Text verfasst. Lesen Sie  „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann oder Fassbinder und sein Sarottimohr“ bei Alfilm - Arabisches Filmfestival Berlin

Das Goethe Institut hat die nicht kommerziellen Rechte des Films in seinen Häusern erworben. Im Februar wird ALI IM PARADIES in einer Kooperation von Goethe Institut Beirut und Metropolis Cinema in Beirut aufgeführt.

Inhalt
Für seinen antirassistischen Film ‚Angst essen Seele auf‘ (1973) hat Rainer Werner Fassbinder internationale Anerkennung bekommen. Der Protagonist, ein arabischer Gastarbeiter, wurde von dem Marokkaner El Hedi Ben Salem M’barek Mohammed Mustafa, Fassbinders damaligem Geliebten, gespielt. Während sich der Film selbst mutig mit dem Rassismus der Nachkriegs-BRD auseinandersetzt, scheinen seine Macher/innen dem realen Mann eine gewisse Gleichgültigkeit entgegen zu bringen, sie fantasieren sich ihren eigenen Salem. Anhand von Interviews und Archivbildern legt Viola Shafik in ‘Ali im Paradies’ die Imagination El Hedi Ben Salem durch die Fassbinder-Gruppe frei. Ein Bild, das viele von ihnen bis heute nicht revidiert haben.
Viola Shafik, Ägypten/D 2011, 92 min, HDCAM, arabisch/deutsch mU
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2. LEAVING BAGHDAD von Koutaiba Al-Janabi neu bei mec film
Wir freuen uns den preisgekrönten Spielfilm LEAVING BAGHDAD von Koutaiba Al-Janabi in den Vertrieb nehmen zu können. Der Film kann selbstverständlich auch von Kinos und Institutionen gebucht werden, die Untertitel sind z.Zt. englisch.

Inhalt
Bagdad in den frühen 2000ern: Sadik, ein persönlicher Kameramann Saddam Husseins flieht aus dem Irak. In der Hoffnung, bei seiner früheren Frau in London unterkommen zu können, durchquert er mehrere Länder, wird von einem Schlepper dem nächsten übergeben. Das Verschwinden seines Sohnes, der die väterliche Begeisterung für den Präsidenten nicht teilte, und Szenen, die er im Zuge seiner Arbeit filmte verfolgen in gleichermaßen, während er versucht den omnipräsenten und zermürbenden Schatten des Regimes zu entkommen. 
Als Filmmaterial, das der fiktionale Sadik gedreht hat, benutzt Koutaiba Al-Janabi echte Bänder aus den nun zugänglichen Archiven Saddam Husseins, die er in seine ruhige und dokumentarisch anmutende Fiktion einwebt.
Koutaiba Al-Janabi, Irak/UAE/UK 2010, 85 min, HDCAM, Arabisch/Ungarisch/Englisch OmeU 
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3. Momento! und mec film vertreiben Eyal Sivans Filme gemeinsam

Nach langjähriger Zusammenarbeit im Verleih in Deutschland haben Momento! in Paris und mec film nun auch den gemeinsamen internationalen Vertrieb der Filme von Eyal Sivan vereinbart.
Kinos und Institutionen können über mec film Werkschauen oder einzelne Filme des Regisseurs buchen, wir beraten Sie gern.

Der Regisseur Eyal Sivan hat 1987 seinen ersten Film vorgelegt. In Aqabat Jaber – Passing Through widmet er sich als einer der ersten israelischen Regisseure der Situation der palästinensischen Bevölkerung in den 1948 errichteten Flüchtlingslagern. Bereits in dieser Arbeit legte der mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Regisseur den Grundstein für sein Oeuvre, in dem er sich mit verschiedenen Spielarten politischer Gewalt und kollektiver Erinnerung auseinandersetzt. Sivan verweigert sich in seinen filmischen Reflexionen nationalistischen Narrativen und legt das Augenmerk häufig auf Täterschaft und Mitläufertum, sei es in seinen Arbeiten über Wirkungen des Zionismus wie Izkor – Sklaven der Erinnerung (1991) oder seinem jüngsten Film Jaffa – The Orange’s Clockwork (2009)  oder den Auseinandersetzungen mit den Genoziden in Afrika, Burundi, under Terror (1996) und Itsembatsemba, Rwanda one Genocide later (1997), mit Überwachungsmaterialien der Stasi in Aus Liebe zum Volk (Koregie Audrey Maurion, 2004) und seinem bahnbrechenden Werk Ein Spezialist – Portrait eines modernen Mörders (1999), das Pate für zahlreiche Filme über Kriegsverbrechertribunale gestanden hat und steht.
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4. Veranstaltungen: Filme als Seismographen der Revolte? Und Religion und Politik in Filmen aus Palästina?

Filme als Seismographen der Revolte? Vortrag mit Filmbeispielen von Irit Neidhardt (mec film), Münchener Stadtbibliothek am Gasteig, 19.1.2012, 20.30 sowie am 5.2.2012 im Deutschen Filmmuseum in Frankfurt am Main

Im Frühjahr 2010 haben die Aufstände in Ägypten für wenige Wochen die Nachrichten bestimmt. Die Augen der Weltöffentlichkeit richteten sich auf die Regionalmacht am Nil, da ihre politische Ausrichtung auf jeden Fall Einfluss auf die Entwicklung des Nahen und Mittleren Ostens, wenn nicht der gesamten arabischen Welt haben wird.
Ägypten ist auch in Hinsicht auf das Kino eine Regionalmacht. Formal war es früher unabhängig als die anderen Staaten Afrikas oder des Nahen Ostens und konnte bereits ab Mitte der 1920er Jahre eine eigene Filmindustrie aufbauen. Seit dem exportiert das Land Filme, immer mit melodramatischem Touch, in die Region, vor allem an den Golf. Nur sehr wenige der Arbeiten gelangen auf internationale Film Festivals oder in europäische Kinosäle, bzw. ins Fernsehen.
Seit der „Revolution“ im Februar 2011 sind brandneue ägyptische Filme gefragt und auf jedem größeren und kleinen Festival zu sehen. Kann Kino so schnell funktionieren? So rasch analysieren?
Wie sah die Filmproduktion vor den Umbrüchen aus? Wie hat sie die politischen Veränderungen der letzten Jahre, in denen das Regime immer mehr Rechte abgebaut hat, gespiegelt? Anhand von Filmausschnitten gibt der Vortrag einen kurzen Einblick in die ägyptische Filmindustrie und fragt welche Rolle die neuen unabhängigen Produktionen für den Wandel in der Gesellschaft gespielt haben. Welche Ideen hat die unabhängige Filmszene? Welche Form der Opposition hat sie vor dem Umbruch eingenommen? Wo steht sie jetzt? Welche Richtungen schlägt die ägyptische Filmindustrie nach dem Sturz Mubaraks ein?

Religion und Politik in Filmen aus Palästina?
Vortrag mit Filmbeispielen auf der Ökumenischen Expertentagung Film in Frankfurt am Main. Welche Rolle spielen Politik und Religion in den Filmen aus Palästina, wenn überhaupt? Beziehen sich palästinensische Filmschaffende in ihren Werken auf islamische Motive? Welche Rolle spielt das Christentum? Wie hat sich das Politische in den Filmen über die Jahrzehnte geändert?
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5. DVD des Monats: The One Man Village von Simon El Habre
Ein wunderbares Werk, in jeder Hinsicht. radioeins
Ein Film voller Poesie und einfacher Lebensweisheiten. Berliner Morgenpost
Ein exzellent beobachteter, subtiler Film. programmkino.de

Inhalt
Semaan führt ein ruhiges Leben auf seinem Hof in dem kleinen Dorf Ain el-Halazoun in den libanesischen Bergen. Der Ort wurde während der Kämpfe im libanesischen Bürgerkrieg von 1975 bis 1990 völlig geleert und zerstört. Heute, viele Jahre nach einer offiziellen Aussöhnung, kommen seine ehemaligen Bewohnerinnen und Bewohner – alle aus der El Habre Familie - regelmäßig zurück, um ihr Land zu bewirtschaften und ihre Häuser zu besuchen und verlassen den Ort immer vor Sonnenuntergang.
In seinem tröstenden sowie humorvollen Film beobachtet Simon El Habre das Leben in seinem quasi-Geisterdorf und versucht, die kollektive und individuelle Erinnerung in einem Land zu reflektieren, das anscheinend nichts aus seiner Vergangenheit gelernt hat und für einen neuen Krieg bereit scheint.

Libanon 2009, Simon El Habre, Dokumentarfilm, 86min, Arabisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch (kleiner Fehler in der Setzung der Titel), Serbisch, Spanisch, Italienisch
Bonus: Deleted Scenes, Sort-film, Making-Of
PAL, kein Ländercode

Themengebiete
Erinnerung, Amnesie, Bürgerkrieg, Vertreibung, Zusammenleben von Mensch und Tier, Kraft der Natur, Libanon

Auszeichnungen (Auswahl)
Hot Docs: Bester Internationaler Langfilm 2009
Dubai International Film Festival: Spezialpreis der Jury 2008
One World Film Festival Prague: Besondere Erwähnung 2009
Monaco Charity Film Festival: Spezialpreis der Jury 2009
Arab Film Festival Rotterdam: Silver Hawk 2009
Expresión en Corto (Mexico):   Lobende Erwähnung 2009
AMAL - Euro-Arab Film Festival: Bester Dokumentarfilm 2010
Murex D'Or: Bester Libanesischer Kinofilm der Jahre 2008/9

Homevideo 20,-€
Ö-Rechte 100,- €
V+Ö-Rechte 150,- €
zzgl. Versandkosten

Institutionen wenden sich bitte an info [ at ] mecfilm.de
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